Herzschrittmacher sind heute etwas ganz Normales.
Fast jeder kennt jemanden, der diesem Gerät sein Leben verdankt.

Vor über 20 Jahren wurde die Tiefenhirnstimulation, eine Art Hirnschrittmacher, zuerst für die Behandlung von Parkinsonpatienten, später auch für Epilepsiepatienten zugelassen. Der Einsatz ist nach wie vor von der Zurückhaltung geprägt, dass diese invasive Methode nur für wenige, verzweifelte Fälle infrage kommt. Die Vagusnervstimulation stellt eine weniger invasive, aber auch weniger präzise Alternative für Epilepsiepatienten dar.

Und wie schätzen Sie den aktuellen technologischen Fortschritt beim Thema Epilepsiebehandlung ein?

Inzwischen deuten neueste Forschungsergebnisse darauf hin, dass Gleichstrom, der zeitweise von außen – quasi mit abgewandelten Kopfhörern – durchs Gehirn geleitet wird, auch bei Epilepsiepatienten sehr gute Dienste leisten kann. Allerdings sind das lediglich Labor-Aufbauten im Rahmen von wissenschaftlichen Versuchen. Was wir brauchen, sind praktische, kleine, sichere Geräte, mit denen sich die Patienten ihr Leben lang effektiv versorgt fühlen. Dafür setze ich mich als Unternehmerin ein.

Was ist also Ihr Plan?

Vor fünf Jahren haben wir eine neuartige, einfache Methode zur Gehirnstimulation entwickelt. Damit kann das kranke Gehirnareal gezielt – bei jedem Patienten individuell – mit elektrischen Impulsen dazu gebracht werden, seine richtige Funktionsweise wieder zu erlernen.  

Wie genau muss man sich den Eingriff für die Methode vorstellen?

Ein großer Eingriff ist das nicht. Es werden kleine Plättchenelektroden unter die Kopfhaut geschoben und wie Satelliten über dem erkrankten Gehirn-areal ausgerichtet – ohne den Kopfknochen oder das Gehirn selbst in Mit-leidenschaft zu ziehen.

Und wenn die Elektroden in Position sind, was passiert dann?

Von den Elektroden führt ein Kabel unter der Haut zum Impulsgeber, der oberhalb des Brustmuskels sitzt. Das System kann verschiedene Effekte erzielen: Es kann aktivieren oder inhibieren. Inhibieren heißt, die Gehirnaktivität etwas zu reduzieren, das ist bei Epilepsiepatienten gewünscht. Es werden circa 20 Minuten pro Tag Signale ans Gehirn gesendet. Dadurch soll das überaktive Areal des Epilepsiepatienten stabilisiert werden und der Patient weniger Anfälle erleiden.

Verraten Sie uns mehr über die „Impuls- Methode“? Bei wem kann sie helfen?

Das System heißt EASEE®, weil es wirklich easy ist. Zurzeit wird es in einer klinischen Studie bei Epilepsiepatienten eingesetzt, die an einer fokalen Epilepsie leiden und mit ihren Medikamenten allein nicht zurechtkommen.

Wo können sich Interessierte erkundigen?

In Deutschland gibt es derzeit vier Epilepsiezentren, die das EASEE® System testen. Unter www.precisis.de geben wir Auskunft, welche Voraussetzungen zur Teilnahme an einer klinischen Studie gelten.

Information

Mehr Informationen zu den Voraussetzungen einer Teilnahme an einer klinischen Studie finden Sie hier: www.precisis.de