Rund acht Millionen Deutsche leiden unter Migräne. Im Akutfall helfen Schmerzmittel gut – aber nur, wenn man sie richtig anwendet. Die MigräneLiga kennt die häufigsten Fehler und verrät, wie man sie vermeidet.

Typisch für Migräne sind anfallartige, oft starke, pulsierende Kopfschmerzen, die meist von Übelkeit oder Erbrechen begleitet werden. „Mit vorbeugenden Maßnahmen wie Stressabbau, Ausdauersport oder Entspannungsverfahren lässt sich die neurologische Krankheit in vielen Fällen gut in den Griff kriegen“, betont Lucia Gnant, Präsidentin der MigräneLiga. Kommt es jedoch zu einer Attacke, hilft am schnellsten ein Schmerzmittel aus der Apotheke. Dabei gelten für Migräne spezielle Regeln:

1. Sofort nehmen: Die Mittel gegen Migräne wirken umso zuverlässiger, je eher sie bei einer Attacke eingenommen werden.

2. Übelkeit bekämpfen: Vielen Patienten ist während des Migräneanfalls übel. Aufgrund der gestörten Magenfunktion werden Schmerzwirkstoffe dann nicht weitertransportiert und können nicht wirken. Daher ist es sinnvoll, zusätzlich ein Medikament gegen Übelkeit einzunehmen.

3. Hoch genug dosieren: Viele Betroffene probieren es lieber zuerst mit einer niedrigen Schmerzmitteldosis. Doch das ist nicht sinnvoll, bei Migräne sollten die Mittel höher dosiert werden als etwa bei Spannungskopfschmerzen: Acetylsalicylsäure 900–1.000 mg, Ibuprofen 400–800 mg und Paracetamol 1.000 mg. Lassen Sie sich von Ihrem Arzt oder Apotheker beraten!

4. Triptane nutzen: Die Wirkstoffgruppe der Triptane wurde speziell für Migräne entwickelt; bei anderen Kopfschmerzen hilft sie nicht. Sie sind genauso verträglich und sicher wie klassische Schmerzmittel und wirken bei bis zu 90 Prozent der Migränepatienten.

5. Nicht zu häufig einnehmen: Nimmt man Schmerzmittel oder Triptane öfter, können sie selbst Kopfschmerzen auslösen. Daher gilt: Die Medikamente nicht häufiger als an zehn Tagen im Monat und an nicht mehr als drei aufeinanderfolgenden Tagen einnehmen!

Vorbeugende Behandlung erwägen

Wer häufig unter Kopfschmerzen leidet, sollte mit dem Arzt über eine vorbeugende Behandlung (Prophylaxe) sprechen. Dafür kommen verschiedene Medikamente wie Blutdrucksenker oder Antidepressiva infrage. Für schwer betroffene Patienten, denen sonst nichts hilft, steht seit Kurzem eine neue Wirkstoffgruppe namens CGRP-Antikörper zur Verfügung. Die Patienten spritzen sich diese einmal im Monat selbst.

Die MigräneLiga e. V. Deutschland ist eine Selbsthilfeorganisation mit zahlreichen Selbsthilfegruppen in ganz Deutschland. Sie setzt sich seit über 25 Jahren dafür ein, die Lebensqualität von Menschen mit Migräne und Kopfschmerzen zu verbessern. Dazu arbeitet sie eng mit renommierten Schmerzexperten zusammen. Diese halten Vorträge bei den Migränesymposien, die die Liga zweimal im Jahr für Betroffene und Interessierte veranstaltet. Außerdem informieren sie im migräne magazin über neue Therapien und geben Tipps zur Selbsthilfe. Die Zeitschrift erscheint viermal jährlich; Mitglieder der MigräneLiga erhalten sie kostenlos.

Mehr Informationen zum Thema finden Sie auch hier: www.migraeneliga.de