Dr, Jobst, ist Schwindel eine Krankheit?

Nein, es ist ein Gefühl – aber auch ein Alarmzeichen. Wenn man unter Schwindel leidet, stimmt etwas nicht mit dem körperlichen oder dem seelischen Gleichgewicht. Schwindel ist das Gefühl der Unsicherheit und jedes Mal, wenn wir uns unsicher fühlen, merken wir das als Schwindel.

Die meisten Krankheiten, die Schwindel auslösen, kann man heilen. In den allermeisten Fällen geht der Schwindel zurück, sobald wir uns nicht mehr unsicher fühlen.

Wie kommt es zum Schwindel?

Schwindel kann ganz viele unterschiedliche Ursachen haben. Gründe dafür können sein, dass man auf einem hohen Berg steht und in den Abgrund herunter sieht, wenn man auf der Arbeit nicht mehr zurechtkommt oder sich vor bestimmten Dingen fürchtet, aber auch Krankheiten können Schwindel auslösen. 

Welche können das sein?

Die bekannteste ist eine Erkrankung des Kreislaufs. Doch es können auch viele andere Krankheiten sein, die Schwindel auslösen. Aus diesem Grund ist auch eine Diagnostik oft schwer und viele Patienten gehen zu dutzenden Ärzten, um die Ursache zu finden. Um das zu vermeiden, führen wir zuerst ein ausführliches Gespräch.

Darin fragen wir den Patienten, was für eine Art von Schwindel es ist, wann er kommt, wann und wie er wieder weg geht. Durch solche Gespräche können wir den Schwindel eingrenzen und beginnen dann mit der apparativen Diagnostik. 

Wie kann man Schwindel diagnostizieren? 

Das hängt tatsächlich davon ab, wo der Schwindel herkommt. Dabei gibt es eine grobe Einteilung. Wenn der Schwindel als Drehschwindel auftritt, vermutet man, dass es von den Gleichgewichtsorganen im Innenohr kommt und macht dann Untersuchungen in dieser Richtung.

Wenn der Schwindel immer dann auftritt, wenn man einen Fahrstuhl betritt, dann vermutet man eher eine Phobie und geht davon aus, dass es sich um einen psychisch ausgelösten Schwindel handelt.

Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es?

Auch das hängt wieder von der Ursache ab. Wenn einem morgens immer schwindelig wird, muss man ein Kreislauftraining machen und ausreichend trinken. Bei einem phobischen Schwindel ist eine Psychotherapie ratsam und bei einem Drehschwindel kann man eine Lagerungstherapie oder eine medikamentöse Therapie durchführen.

Manchmal entwickelt sich ein Schwindel auch zu einem Dauerzustand, obwohl die Ursache längst behoben ist. Ist dies der Fall, wird nicht mehr nach der Ursache gesucht, sondern die Ärzte verschreiben Entspannungs- oder Körperwahrnehmungstherapien. Dadurch kommen die Patienten wieder in die Lage, trotz dieses Dauerschwindels ein normales Leben zu führen.