Inzwischen erleidet jeder dritte Mensch in Deutschland im Laufe eines Jahres eine psychische Erkrankung. Am häufigsten sind Depressionen und Angststörungen. Hier ist das medizinische Versorgungssystem gefragt. Dabei gilt: wenn Probleme und Erkrankungen frühzeitig erkannt und therapiert werden, stehen die Behandlungschancen sehr gut.

Immer mehr Betroffene nehmen, immer früher, professionelle Unterstützung in Anspruch. Angesichts des individuellen Leids, aber auch der volkswirtschaftlichen Kosten, die psychische Erkrankungen in Deutschland verursachen, ist dies eine erfreuliche Entwicklung.

Die Versorgungsangebote sind in Deutschland also sehr ungerecht verteilt.

Gleichzeitig ist die steigende Nachfrage für unser Gesundheitssystem eine echte Herausforderung, denn die zur Verfügung stehenden Mittel sind begrenzt.

Erschwerend kommt hinzu, dass eine Region mit besonders vielen Menschen mit psychischen Erkrankungen nicht automatisch auch über mehr Ärzte und Psychotherapeuten verfügt, wohingegen Regionen mit gut ausgebauten Versorgungsstrukturen nicht unbedingt einen größeren Bedarf haben.

Die Versorgungsangebote sind in Deutschland also sehr ungerecht verteilt. Die Folgen tragen vor allem die Betroffenen: sie müssen teilweise Wochen oder Monate auf einen passenden Behandlungsplatz warten. Abhilfe schaffen können wir nur gemeinsam: die Politik, indem sie gute finanzielle und rechtliche Rahmenbedingungen schafft; die Behandler, indem sie zeitnahe und schnelle leitlinienorientierte Diagnose- und Behandlungsmöglichkeiten anbieten und für Nachwuchs sorgen; die Gesellschaft, indem sie Menschen mit psychischen Erkrankungen noch stärker teilhaben lässt und nicht zuletzt die Betroffenen selbst, indem sie ihr Recht auf schnelle und umfassende Hilfe einfordern.