Doch dann kommt der Moment, in dem es nicht mehr geht. Immer mehr Deutsche kennen das Gefühl des „Ausgebranntseins“. Burnout beschreibt das Ergebnis einer teilweise über Jahre andauernden Überforderung, unter anderem verursacht durch übersteigerten Perfektionismus oder krankhaften Ehrgeiz, beruflichen (Dauer-)Stress, familiäre Überlastung und durch ein ausgeprägtes Helfersyndrom.

Immer stehen der Einsatz persönlicher Ressourcen und Leistungsanforderungen in einem Missverhältnis, das eine Fehlbelastung und daraus resultierend Störungen auf psychischer, physischer und mentaler Ebene nach sich zieht.  

Selbstvertrauen und Lebensfreude schwinden, Angst- und Panikattacken schließen den Teufelskreis.

Werden Anforderungen, Leistungsdruck und Ängste zu groß, knicken Körper und Intellekt irgendwann ein – extreme Erschöpfung macht sich breit, die nicht mehr mit einer Pause oder mit Urlaub zu kompensieren ist. Oftmals sind es aber auch im Inneren gegen sich selbst gerichtete Mechanismen wie Leistungszwang und Arbeitssucht, übertriebenes Verantwortungsbewusstsein und andauernde Selbstlosigkeit, die der Erkrankung an Burnout den Weg ebnen.

Symptome von Burnout

Erste Anzeichen einer Erkrankung an Burnout können vermehrter Einsatz, nahezu pausenloses Arbeiten, der subjektive Eindruck der eigenen Unentbehrlichkeit und die zunehmende Verleugnung eigener Bedürfnisse neben der Beschränkung zwischenmenschlicher Kontakte sein.

Echte Warnsignale sind dann innere Unruhe, Konzentrationsschwäche, chronische Erschöpfung und Müdigkeit, Kopfschmerzen und Schlafstörungen die von Antriebslosigkeit, Lustlosigkeit, Melancholie und Nervosität begleitet werden.

Über einen längeren Zeitraum wandeln sich meist unbemerkt Motivation im Beruf und soziales Engagement zum Gegenteil, bis soziale Isolation, Frustration und Resignation den Alltag überwiegen. Selbstvertrauen und Lebensfreude schwinden, Angst- und Panikattacken schließen den Teufelskreis, aus dem es in der Wahrnehmung der Betroffenen kein Entrinnen gibt.

Übelkeit, Schwindel, Magenschmerzen, Muskelverspannungen, Erektionsprobleme, Herzrasen und erhöhte Infektanfälligkeit auf der physischen Ebene können kognitive Störungen wie Rastlosigkeit und erhöhte Unfallgefahr begleiten und münden dann im Zuge des Dauerbrennens in schwindenden Idealismus, zunehmenden Pessimismus, emotionale Kälte und Zynismus.

Eine negative Grundstimmung hält Einzug und nährt Gefühle der Ohnmacht, Hilflosigkeit und inneren Leere. Aber auch zunehmend aggressives Verhalten, Reizbarkeit, Ungeduld und übertriebene Schuldzuweisungen sind emotionale Folgen. Zeit zu handeln!

Wege aus dem Burnout

Der erste Schritt aus der Isolation heraus ist der wesentliche: suchen Sie das Gespräch mit Vertrauten, dem Hausarzt oder einem Psychologen. Die Einsicht in die eigene Hilfebedürftigkeit ist zwingende Voraussetzung für die Behandlung.

Fakten zum Burnout

Rund 60 Millionen Arbeitsunfähigkeitstage werden aufgrund psychischer Erkrankungen  pro Jahr registriert -Tendenz steigend.


Bis zu 13 Millionen Arbeitnehmer in Deutschland sind nach Schätzungen von Gesundheitsexperten und Krankenkassen von Burnout betroffen.


20 Prozent aller Erwerbstätigen erleben Burnout-ähnliche Phasen.


Bereits jeder fünfte Arbeitnehmer leidet unter gesundheitlichen Stressfolgen – von Schlafstörungen bis zum Herzinfarkt.


Experten beziffern die Produktionsausfallkosten und verlorene Bruttowertschöpfung in Deutschland auf rund 71 Milliarden Euro.


Rund 41 Prozent von Frühverrentnung sind auf die Psyche zurückzuführen.


Psychische Belastungen sind inzwischen Ursache Nummer eins für Frühverrentungen.


Jeder dritte Berufstätige arbeitet am Limit und fühlt sich stark erschöpft oder gar ausgebrannt.