In Deutschland wurde bisher bei etwa 4,2 Prozent (Frauen: 5,2 Prozent / Männer: 3,3 Prozent) der Bevölkerung ein Burn-out diagnostiziert. Durchschnittlich werden Betroffene dabei im Schnitt 26 Tage krankgeschrieben. Im Vergleich zu anderen psychischen Erkrankungen treten Krankschreibungen hier allerdings eher selten auf – die Zahl der Krankschreibungen aufgrund von Depressionen fällt zum Beispiel etwa fünfmal höher aus.

Besonders häufig wird das Burn-out-Syndrom bei Berufstätigen im mittleren Lebensalter und mit eher höherer Schulbildung, höherem Einkommen oder höherer beruflicher Stellung diagnostiziert. Da die vorliegenden Zahlen allerdings auf gesicherten Diagnosen eines Arztes oder Psychotherapeuten zurückgehen, ist die tatsächliche Verbreitung des Burn-outs vermutlich höher.

Hinweise geben hier auch die Zahlen zu chronisch erhöhten psychischen Stressleveln: Etwa 14 Prozent der Frauen und neun Prozent der Männer leiden in Deutschland darunter, tendenziell häufiger Jüngere und Menschen mit geringerer Schulbildung, kleinerem Einkommen und ungünstiger beruflicher Situation. Unter den Auszubildenden fühlt sich bereits jeder Fünfte in hohem Maße durch Leistungs- und/oder Zeitdruck belastet und etwa 55 Prozent berichten von stressbedingten körperlichen, emotionalen oder psychischen Warnsignalen. Aber auch 53 Prozent der Studierenden weisen ein hohes Stresslevel in Form von Zeitdruck, Leistungsdruck, Angst vor Überforderung oder Erwartungsdruck auf.

Bei über drei Viertel der Burn-out-Betroffenen treten ebenfalls psychische Erkrankungen auf, vor allem Depressionen und Angststörungen.

Burn-out wird in der Regel als ein Überbegriff für einen psychischen und physischen Erschöpfungszustand im Zusammenhang mit überhöhter Beanspruchung in der Arbeitswelt verstanden. Entsprechende Symptome treten oftmals in den Bereichen emotionale Erschöpfung, wie zum Beispiel Lustlosigkeit, Reizbarkeit oder Anspannung, Depersonalisation, etwa Zynismus oder Gleichgültigkeit, und reduzierter persönlicher Leistungsfähigkeit auf.

Die Betroffenen befinden sich dabei häufig in einem Teufelskreis aus den gestellten Anforderungen am Arbeitsplatz und stetig nachlassender persönlicher Verfassung, darauf angemessen reagieren zu können. Bei fortschreitendem Prozess können sich daher unter Umständen die Arbeitsanforderungen längst wieder normalisiert haben und dennoch nicht mehr angemessen bewältigt werden.

Frühwarnsignale und Handlungsstrategien

Im Grunde sollte sich jeder regelmäßig fragen, ob er sich in der Gesamtschau in der Lage fühlt, seine Arbeitsanforderungen gut zu bewältigen. Wenn hier ein deutliches Nein immer lauter wird und die Betroffenen zudem das Gefühl haben, oft unter Druck und Anspannung zu stehen, schlecht entspannen/abschalten können, unruhig, reizbar oder unausgeglichen sind und beispielsweise der Schlaf als nicht erholsam erlebt wird, befindet man sich mittelfristig auf gutem Weg zu einem Burn-out.

Richtig „gefährlich“ wird eine Burn-out-Symptomatik neben vorschnellen Kündigungen oder Arbeitsplatzproblemen allerdings erst durch die oftmals gleichzeitig oder in der Folge auftretenden psychischen Erkrankungen. So treten bei über drei Viertel der Burn-out-Betroffenen ebenfalls psychische Erkrankungen auf, vor allem Depressionen und Angststörungen. Schon allein deswegen sollte eine entsprechende Symptomatik nicht auf die leichte Schulter genommen werden und umgehend eine entsprechende Diagnostik bei einem Psychotherapeuten in Anspruch genommen werden.

Frühzeitig zu reagieren, ist das A und O, um mit Stress und der Burn-out-Gefahr umzugehen. Pausenzeiten sollten ebenso ausreichend eingehalten werden wie eine gleichmäßige Verteilung von Urlaubszeiten. Dabei gilt der Grundsatz: Je länger Pausen und Erholungsphasen aufgeschoben werden, desto unverhältnismäßig größer ist der Aufwand, sich wieder erholt zu fühlen.

Auch die aktive (Mit-)Strukturierung der Arbeitsabläufe, mal Nein sagen zu können bei der Übernahme von zusätzlichen Aufgaben, Kontaktpflege zu Mitarbeitern und Vorgesetzten oder das aktive Abschalten nach der Arbeit sind mögliche Strategien. Ebenso ist die Beeinflussung der persönlichen Faktoren wichtig. Wer sich aktiv um seine Gesundheit bemüht, die private/familiäre Situation gut gestaltet und erholende Freizeitaktivitäten berücksichtigt, wird sich besser in der Lage fühlen, mit unterschiedlichen Anforderungen umgehen zu können.