In Deutschland erleiden jährlich 270.000 Menschen einen Schlaganfall. Die Krankheit ist die dritthäufigste Todesursache und die Hauptursache für Behinderungen im Erwachsenenalter wie Sprachverlust oder Lähmungen. Häufig werden Schlaganfälle durch eine Herzrhythmusstörung ausgelöst: das sogenannte Vorhofflimmern. Untersuchungen zeigen, dass Schlaganfälle infolge eines Vorhofflimmerns oft besonders schwer verlaufen.

Das ist die schlechte Nachricht. Die gute Nachricht lautet: Mit einer Prophylaxe kann man einem Schlaganfall wirksam vorbeugen!

Bei etwa 1,8 Millionen Menschen ist die Diagnose Vorhofflimmern bekannt.

Doch was passiert überhaupt bei Vorhofflimmern im Herzen? Und wie kann durch diese Herzrhythmusstörung ein Schlaganfall entstehen? Unser Herz hat vier Hohlräume, den rechten und linken Vorhof sowie die rechte und linke Herzkammer. Normalerweise schlagen die Vorhöfe in einem koordinierten Rhythmus, bei Vorhofflimmern hingegen gerät das Herz aus dem Takt und es kommt zu Störungen des Blutflusses. Staut sich das Blut in den Vorhöfen, kann es verklumpen und ein Blutgerinnsel bilden.

Wenn dieser Thrombus – so der medizinische Fachbegriff – mit dem Blutstrom in eine Gehirnarterie gelangt und diese verstopft, wird die Durchblutung im betroffenen Gehirnareal unterbrochen. Die Nervenzellen erhalten dadurch weniger Sauerstoff und Nährstoffe, nehmen Schaden oder sterben sogar vollständig ab.

Für die neurologischen Symptome ist ausschlaggebend, welcher Gehirnabschnitt vom Schlaganfall betroffen ist. Häufige Beeinträchtigungen beim Schlaganfall sind Sprach- und Sehstörungen, halbseitige Lähmungen, Taubheitsgefühle und Schwindel.

Bei etwa 1,8 Millionen Menschen ist die Diagnose Vorhofflimmern bekannt. Allerdings gehen die Experten von einer höheren Dunkelziffer aus, da beispielsweise bei bis zu 30 Prozent der Betroffenen die Herzrhythmusstörung ohne jegliche Symptome verläuft und so unentdeckt bleibt. Dabei lässt sich Vorhofflimmern mit einfachen diagnostischen Mitteln erkennen.

Die Messung des Pulses etwa gibt dem Arzt schon erste Hinweise. Ein EKG oder Langzeit-EKG bringt dann zumeist Gewissheit, weil es die Unregelmäßigkeit des Herzrhythmus abbildet. Zur Therapie von Vorhofflimmern kommen heute hochwirksame Medikamente zum Einsatz, die die Herzrhythmusstörung behandeln oder durch Hemmung der Gerinnung des Blutes das Risiko für einen Schlaganfall senken.

Sie können darüber hinaus viel selbst für Ihre Gesundheit und den Schutz vor Schlaganfall tun. Die wichtigsten Säulen der Vorbeugung sind

  • regelmäßige Bewegung und moderater Sport wie zum Beispiel Nordic Walking, Fahrradfahren, Gymnastik, Schwimmen
  • eine gesunde, ausgewogene Ernährung mit viel frischem Obst und Gemüse und einem sparsamen Verzehr von fetten und süßen Speisen
  • ausreichend Schlaf sowie Entspannungsphasen im Alltag.

Wenn Sie auf Ihr Gewicht achten, aufs Rauchen verzichten und ein Gespür für die Signale Ihres Körpers entwickeln, leisten Sie einen weiteren wertvollen Beitrag für Ihre Gesundheit. Sie reduzieren auf diese Weise das Risiko für chronische Erkrankungen des Herzens, des Kreislaufs und des Stoffwechsels. Eine regelmäßige Untersuchung beim Arzt rundet Ihr Vorsorgeprogramm ab.