Axel Schulz hat 33 Kämpfe im Schwergewicht bestritten, 26 davon siegreich. Der WM-Dritte und EM-Zweite von 1989 boxte dreimal um die WM-Krone, unter anderem gegen George Foreman. 1999 trat er vom Profi-Boxsport zurück und wagte 2006 ein Comeback. Ausgerechnet in diesem Jahr erlitt er einen Schlaganfall.

Sie haben 2006 einen Schlaganfall gehabt. Wie ist es dazu gekommen?

Das weiß keiner so richtig. Das kann jedem immer und überall passieren. Man denkt immer, so etwas bekommen nur ältere Menschen oder welche, die ungesund leben und keinen Sport treiben. Das ist allerdings falsch.

Welche Symptome hatten Sie?

Es waren die klassischen Symptome, die ich damals jedoch nicht zuordnen konnte. Ich hatte eine taube Zunge, einen Schimmer vor den Augen und mir war schwindelig. Daraufhin hat mich ein Freund zum Hausarzt gefahren, der hat mich umgehend in ein Krankenhaus überwiesen.

Wie wurden Sie nach dem Schlaganfall behandelt?

Zunächst wurde bei mir eine Computertomografie gemacht. Es wurde festgestellt, dass ich ein kleines Blutgerinnsel im Gehirn hatte. Allerdings wurde ich nicht stationär aufgenommen, mir wurden lediglich blutverdünnende Medikamente verschrieben. Letztlich kann ich sagen, dass ich großes Glück hatte, keine bleibenden Schäden davongetragen zu haben.

Inwieweit haben Sie Ihr Leben seither umgestellt?

Fast gar nicht. Eigentlich bin ich auch ein untypischer Fall für einen solchen Schicksalsschlag. Ich habe nie geraucht, ganz selten mal eine Zigarre, und trinke kaum Alkohol. Daher musste ich in meinem Leben wenig umstellen, da diese klassischen Risikofaktoren bei mir keine Rolle spielen. Dennoch bin ich nun regelmäßig in ärztlicher Behandlung, lasse alle zwei Monate ein kleines und jedes halbe Jahr ein großes Blutbild erstellen.

Welche Ratschläge können Sie erteilen, um einem Schlaganfall vorzubeugen?

Man sollte bei den geringsten Anzeichen wie Schwindelgefühlen sofort zum Arzt gehen. Besser noch: einen Krankenwagen rufen – selbst, wenn man das für übertrieben hält. Sicher ist sicher. Denn man muss umgehend behandelt werden, wenn man einen Schlaganfall hatte. Generell sollte man regelmäßig Sport treiben und sich gesund ernähren.

Treiben Sie denn heutzutage noch Sport?

Ja, das wurde mir sogar ausdrücklich empfohlen. Ich schwimme regelmäßig, stemme Gewichte, spiele Golf und habe das Nordic Walking für mich entdeckt. Aber an Spitzensport war nach dem Schlaganfall nicht mehr zu denken.

Sie sind Botschafter der Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe. Wie ist es zu Ihrem Engagement gekommen?

Seit 2008 besuche ich deutschlandweit Infoveranstaltungen. Das liegt mir am Herzen. Denn als Betroffener kann ich den Menschen plausibel erzählen, wie es sich anfühlt, einen Schlaganfall zu bekommen, und wie er sich auf das Leben auswirkt. Ich möchte den Menschen Mut machen, ihnen vermitteln, dass das Leben weitergeht, selbst wenn man einen Schlaganfall hatte.

Man sollte bloß nicht den Kopf in den Sand stecken. Ich habe in meinem Leben immer nach vorne geschaut. Diese positive Sichtweise möchte ich an die Betroffenen weitergeben.