Vorhofflimmern ist die häufigste anhaltende Herzrhythmusstörung und oftmals die Ursache für ambulante Arztbesuche und Krankenhausaufenthalte. Anders als beim sogenannten Kammerflimmern besteht zwar keine unmittelbare Gefahr für einen plötzlichen Herztod, das Risiko, einen Schlaganfall zu erleiden, ist jedoch sehr hoch. Grund dafür ist die Entstehung von Blutgerinnseln in einer Aussackung des linken Vorhofs, dem sogenannten Vorhofohr.

Wird ein dort befindliches Gerinnsel über die Blutbahn verschleppt, kann dies zum Gefäßverschluss einer Gehirnarterie führen. „Um diesem Risiko entgegenzuwirken, setzen wir Patienten ein kleines Implantat ein und verschließen so das Vorhofohr dauerhaft“, erklärt Dr. Thomas Gaspar, leitender Oberarzt für Invasive Elektrophysiologie am Herzzentrum der Universitätsklinik Dresden.

Risiko Blutstau

„Vorhofflimmern verhindert eine geordnete Pumpfunktion der Vorhöfe, was gefährliche Folgen haben kann: Die Herzvorhöfe besitzen kleine Ausziehungen, die als Herzohren bezeichnet werden“, erläutert Dr. Gaspar. „In diesen ist die Fließgeschwindigkeit des Blutes während des Flimmerns besonders langsam, sodass sich hier Blutgerinnsel bilden können. Werden diese losgeschwemmt, können sie Gefäße im Gehirn verstopfen und zu einem Schlaganfall führen.“

Ausweg Vorhofohrverschluss

Um einem möglichen Schlaganfall entgegenzuwirken, nehmen Patienten oft lebenslang blutverdünnende Medikamente ein. Allerdings erhöht sich dadurch das Blutungsrisiko – auch in lebenswichtigen Organen wie etwa dem Gehirn. Hinzu kommt, dass auch nicht alle Patienten auf diese Therapie ansprechen. Abhilfe schafft ein spezielles Katheterverfahren.

„Ein sogenannter Vorhofohr-Okkluder, vereinfacht gesagt eine Art Stöpsel, der das Vorhofohr dauerhaft verschließt“, beschreibt Dr. Gaspar das Verfahren. „Dazu dient ein scheibenförmiges, zusammenklappbares Geflecht, welches wir mithilfe eines Katheters über die Leiste einführen und über die Blutgefäße zum Vorhofohr leiten.

Dort setzen wir das aus einem aus Nitinol erstellten Drahtgeflecht bestehende Implantat ein und überprüfen mittels eines bildgebenden Verfahrens die Position.“ Sind keine Korrekturen mehr notwendig, wird das Implantat freigesetzt und der Katheter wieder entfernt. Insgesamt dauert der von den Krankenkassen übernommene Eingriff etwa eine Stunde. Patienten spüren währenddessen kaum etwas und verlassen in der Regel nach zwei bis drei Tagen mit neu gewonnener Lebensqualität das Krankenhaus.