Spätestens aber in den ersten vier bis sechs Stunden nach seinem Auftreten, um lebenslange Behinderungen zu vermeiden. Moderne Methoden erhöhen den Erfolg der Behandlung. Gernot Reimann, Leitender Arzt Stroke Unit und neurologische Intensivstation des Klinikums Dortmund, erklärt die revolutionäre Methode der Stent-Thrombektomie.

Wie zeigt sich ein Schlaganfall?

Es gibt klassische Hauptsymptome. Das erste ist eine halbseitige Lähmung, die auch nur einen Arm oder ein Bein betrifft oder wenn der Betroffene einen herunterhängenden Mundwinkel hat. Das zweite sind Gefühlsstörungen, wenn sich Körperpartien taub anfühlen. Zum dritten fällt die Sprache schwer, wird unverständlich oder der Betroffene versteht andere um ihn herum nicht mehr.

Diese Hauptsymptome treten, wie der Name es schon sagt, schlagartig auf. Dann sollte man unbedingt den Notruf 112 wählen. Gerade bei Sprachausfällen sollte der Anruf vom Festnetz erfolgen, da die Rettungsdienste Festnetz-Nummern zurückverfolgen können und so den Patienten schnell finden.

Wie wird ein akuter Schlaganfall optimal behandelt?

Wenn ein Gerinnsel ein großes Hirngefäß verstopft, hat sich laut aktuellen Studien eine Kombination aus zwei Therapien als optimal erwiesen. Zum einen wird die bewährte Lysetherapie eingeleitet. Dabei wird ein Medikament intravenös verabreicht, das das Gerinnsel auflöst.

Wird diese bei großen Gefäßverschlüssen mit der Stent-Thrombektomie kombiniert, haben die Patienten im Vergleich zur reinen Lysetherapie eine erheblich bessere Aussicht auf ein Leben ohne wesentliche einschränkende Behinderung.

Wie funktioniert die Stent-Thrombektomie?

Durch die Leistenarterie wird ein Führungsdraht bis in das Gehirn vorgeschoben, direkt hinter das Gerinnsel. Über den Draht wird ein Katheterschlauch geschoben. Durch diesen Schlauch wird dann der Stent-Retriever Solitaire eingeführt – ein zusammengefaltetes Gittergeflecht. Wird der Schlauch nun herausgezogen, entfaltet sich das Gittergeflecht. Das Gerinnsel wird in das Gittergeflecht hineingedrückt und alles zusammen durch die Leistenarterie entfernt. Damit ist der Blutfluss im Gehirn rasch wieder hergestellt.