Manchmal vergehen Monate oder Jahre bis zum nächsten Schub, also einer neuen Entzündung im Gehirn oder Rückenmark. Die Angriffe der Immunzellen auf die Markscheiden verstärken sich. Als direkte Folge kommt es zu Beschwerden.

Treten MS-bedingte Symptome auf, verschlechtern sich bereits vorhandene, und hält dieser Zustand über mehr als 24 Stunden an, spricht man von einem MS-Schub, der auch „Aufflackerung“, „Attacke“, „akute Episode“ oder „klinisches Ereignis“ genannt wird.

Für Betroffene ist es teilweise schwer zu erkennen, ob es sich bei beginnenden Symptomen um einen Schub handelt. Beispielsweise sind Seh- oder Gleichgewichtsstörungen während der Remissionsphase nicht automatisch Anzeichen für einen Schub. Bei Unsicherheiten ist es dennoch wichtig, immer einen Arzt zu kontaktieren, denn alle Schübe, auch leichtere, sollten so schnell wie möglich behandelt werden.

Behandlung von Schüben

Schübe können leicht bis schwer sein und unerwartet auftreten. Das kann das Leben mit MS unvorhersehbar machen. Meist ist eine kurzzeitige stationäre Behandlung nötig. Häufig wird ein MS-Schub mit einer Kortison-Stoßtherapie behandelt.

Diese wird eingesetzt, um die Entzündungsaktivität zu verringern, die Dauer des Schubs zu verkürzen und die Rückbildung der Symptome der MS zu beschleunigen. Sie wird jedoch nicht für einen regelmäßigen oder lang anhaltenden Gebrauch empfohlen. Daneben können bei einem Schub weitere, begleitende Maßnahmen eingeleitet werden.

Physiotherapie, Ergotherapie und Ernährungsberatung gehören unter anderem zu den Behandlungsmethoden, die den Einfluss eines Schubs auf den Alltag verringern können. Sie können auch in Kombination mit Steroiden eingesetzt werden. Andere Unterstützung, wie zum Beispiel Betreuung zu Hause oder am Arbeitsplatz, kann ebenso während und nach einem Schub hilfreich sein.