Jetzt gibt es auch wirkungsvolle Hilfe für Menschen mit starken Kopfschmerzen dank der Neurostimulation, die mit elektrischen Impulsen Migräne lindern kann.

Etwa 22 Mio. Menschen leiden in Deutschland regelmäßig unter Kopfschmerzen, 900.000 unter chronischer Migräne. Für viele demnach ein bekanntes Phänomen: Kaum kommen sie zur Ruhe, deuten sich schnell starke Kopfschmerzen oder gar eine Migräneattacke an.

Zwar sind die Behandlungsmethoden gegen Migräne vielfältig, doch oftmals bleiben nur der Rückzug in abgedunkelte Räume und der Griff zu starken Medikamenten.

Studie belegt Wirksamkeit

Bei der Entstehung von Migräne spielt das vegetative Nervensystem eine wichtige Rolle. Es besteht aus Sympathikus und Parasympathikus, die wie zwei Gegenspieler agieren. Während das sympathische System den Körper auf Stresssituationen einstellt, ist das parasympathische System für die Entspannung zuständig.

Über Dreiviertel aller Patienten reagierten deutlich positiv auf die Stimulation.

Ein zentraler Nerv des Parasympathikus ist der Vagusnerv. Mehrere Studien zeigen (Koenig et al 2015), dass bei chronischen Schmerzen unterschiedlicher Krankheitsbilder häufig der Vagusnerv weniger aktiv ist und damit das Wechselspiel zwischen Sympathikus und Parasympathikus aus dem Gleichgewicht bringt.

Gelingt es allerdings, den Parasympathikus zu stimulieren und damit die Balance zwischen Anspannung und Entspannung wieder herzustellen, empfinden die Patienten weniger Schmerzen.

Die Wirksamkeit von Neurostimulation als Prophylaxe gegen chronische Migräne  wurde am Oberbayerischen Kopfschmerzzentrum des Universitätsklinikums München-Großhadern nachgewiesen. Eine unter der Leitung von Prof. Dr. Andreas Straube 2015 durchgeführte Studie zeigt: Über Dreiviertel aller Patienten reagierten deutlich positiv auf die Stimulation.

Bereits im ersten Monat nach Therapiebeginn ging die Häufigkeit der Migräneanfälle um durchschnittlich vier Tage zurück. Wer die Neurostimulation drei Monate lang durchführte, hatte im Schnitt sieben Migränetage weniger pro Monat als vorher.