Die bekanntesten Hanfinhaltsstoffe sind THC (Tetrahydrocannabinol) und CBD (Cannabidiol). CBD stimuliert körpereigene Regulationsprozesse und hilft etwa bei  Stress, Schlafproblemen oder Bewegungsschmerzen. Statistisch gesehen wird ein Drittel der THC-Verordnungen für Patienten mit neurologischem Leiden ausgestellt. CBD kommt dabei eine immer wichtigere Rolle zu.

Wie sich Betroffene mit dem Thema auseinander setzen sollten, wollen wir im Folgenden klären.
 

Bei welchen Indikationen kann Cannabis eine ergänzende therapeutische Möglichkeit sein?

Bereits aus der Tatsache, dass der Gesetzgeber darauf verzichtet hat, im Gesetz einzelne Indikationen aufzuführen, wird deutlich, dass bis heute unbekannt ist, bei welchen Erkrankungen oder Symptomen Cannabis eine sinnvolle Ergänzung zur Standardtherapie ist. Aktuell besteht für keine einzige Indikation eine Zulassung. In den Jahren 2007 bis 2016 erhielten allerdings Patienten mit mehr als 50 verschiedenen Erkrankungen/Symptomen eine Ausnahmeerlaubnis vom BfArM für eine ärztlich begleitete Selbsttherapie mit Medizinal-Cannabis. Es wird daher allgemein angenommen, dass Cannabis ein sehr breites therapeutisches Spektrum hat. Als etablierte Indikationen für Cannabis-basierte Medikamente gelten chronische – insbesondere neuropathische Schmerzen, Spastik bei MS, Appetitlosigkeit, Übelkeit und Erbrechen.
 

Wo genau liegen die Unterschiede?

Dafür muss man zuallererst verstehen, welche biochemischen Verbindungen bei Cannabis, die sogenannten Cannabinoide, zugrunde liegen. Denn die Vielzahl der Cannabinoide ist in unterschiedlich hohen Konzentrationen im Nutzhanf vorhanden. Die zwei wohl bekanntesten sind THC und CBD. Beide Cannabinoide können aus der Cannabispflanze beispielsweise in Form eines Öls extrahiert werden.

Im Gegensatz zu THC, stellt sich bei der Einnahme von CBD jedoch keine berauschende oder psychoaktive Wirkung ein. Es gilt das Gegenteil – als Antagonist ist CBD dafür bekannt, das THC abzubauen und damit den Rauschzustand zu lindern. Inzwischen sind die positiven und vielseitigen Eigenschaften von CBD Öl längst bekannt. Es kann sich entzündungshemmend und schmerzlindernd auf den Körper auswirken und dabei sogar körperliche Störungen wie Migräne oder Arthritis-Schmerzen lindern.
 

Gibt es denn Studien, die diese Wirksamkeit belegen?

Zwar werden viele Erkenntnisse über die Wirkung zunächst in der Tierforschung oder an isolierten Zellen gewonnen. Jedoch gibt es klinische Studien, die die Wirkung beim Menschen nachweisen. Bereits 2014 haben Forscher der Universität Sao Paolo belegen können, dass CBD die Lebensqualität von Parkinson Patienten steigert. Außerdem gibt es klinische Studien, die die positiven Auswirkungen in Bezug auf Epilepsie, Linderungen von Angstzuständen und Psychosen, Schlafstörungen, Schizophrenie und sozialen Phobien belegen. Die entzündungshemmenden, nervenzellenschützenden und antioxidativen Eigenschaften von
CBD sind weithin bekannt. Ob diese Eigenschaften auch bei der Therapie von Alzheimer einen positiven Effekt vorweisen, wird gerade intensiv geprüft.
 

Was muss bei einer Therapie beachtet werden?

THC und CBD müssen korrekt und bewusst eingenommen werden. Während THC verschreibungspflichtig ist, benötigt CBD keine Verschreibung seitens eines Arztes. Dabei ist zu beachten, dass im Gegensatz zu Cannabis und THC, CBD keine Suchtgefahr mit sich bringt! Die Weltgesundheitsorganisation WHO hat nach einem umfassenden Bericht das CBD als ungefährlich und nicht süchtig machend eingestuft.

 

Information

Weitere Informationen zur Übernahme der Therapie durch Krankenkassen und zur korrekten Anwendung finden sie unter: www.arbeitsgemeinschaft-cannabis-medizin.de