Die Einschränkung der Bewegungsfähigkeit ist eine Begleiterscheinung des Alters. Lässt jedoch auch die Leistung des Gehirns merklich nach, wächst die Angst vor einer ernsthaften Erkrankung. Insbesondere Erinnerungslücken gelten als besorgniserregend, sind es aber nicht in jedem Fall.

Gehen sie jedoch mit Wesensveränderungen und Stimmungsschwankungen wie dem langsamen Verlust der Sprache einher, zeigt der Betroffene möglicherweise Symptome einer Alzheimer-Erkrankung. Hervorgerufen werden sie durch zerstörerische Eiweißablagerungen an den Gehirnzellen.

Im weiteren Verlauf führt Alzheimer dazu, dass Betroffene immer unselbstständiger werden, bis hin zur Orientierungs- und schließlich absoluten Hilflosigkeit. Eine enorme Last für die Angehörigen. Von etwa 1,2 Millionen Menschen in Deutschland, die an Alzheimer erkrankt sind, werden mehr als zwei Drittel familiär zu Hause betreut.

Und das über eine lange Zeit. Im Durchschnitt beträgt die Krankheitsdauer von der Diagnose bis zum unausweichlichen Tod des Patienten etwa sieben Jahre.

Ursachen noch unklar

Die Ursachen der fortschreitenden Gedächtnisstörung sind noch immer unklar. Neben einigen Theorien, die weiter intensiv erforscht werden, sind inzwischen aber einige Risikofaktoren identifiziert. Der größte ist das Alter: Alzheimer tritt selten vor dem 65. Lebensjahr auf. Zudem steigt mit zunehmendem Alter die Zahl der Erkrankten an. Unter den 80- bis 90-Jährigen ist schon mindestens jeder Vierte betroffen.

Bricht die Krankheit früher aus, besteht häufig eine genetische Disposition, bedingt durch einen Gendefekt auf verschiedenen Chromosomen, nicht selten betrifft dies Menschen mit dem Downsyndrom.

Genetische Risikofaktoren werden jedoch nicht als alleinige Auslöser angesehen, sondern im Zusammenspiel mit Umweltfaktoren oder anderen Erkrankungen betrachtet. So tragen etwa Menschen mit einer Herz-Kreislauf-Erkrankung, Diabetes mellitus vom Typ 2 oder früheren Kopf- beziehungsweise Gehirnschäden ein erhöhtes Risiko, an Alzheimer zu erkranken.

Verlauf verzögern

Die Therapie richtet sich vor allem darauf, die Begleiterkrankungen zu behandeln, die Alzheimer-Symptome im Griff zu halten und den Verlauf zu verzögern. Heilbar ist Alzheimer bis heute nicht. Die zur Verfügung stehenden Medikamente werden dazu eingesetzt, die Hirnleistung zu fördern und die Nerven zu schützen. Andere Substanzen zielen insbesondere auf die Stabilisierung des Verhaltens.

Menschen, die an Alzheimer erkrankt sind, verfallen nicht selten in eine Depression, werden schnell unruhig, ängstlich oder aggressiv. Auch wenn es vielleicht schwerfällt, sollten Angehörige versuchen, die Gefühle der Betroffenen wertzuschätzen. Durch Veränderungen im Tagesablauf, Kommunikation und Beschäftigung mit den Patienten lassen sich Verhaltensänderungen zunächst auch nicht-medikamentös herbeiführen.

Die Erwartungen sollten jedoch nie zu hoch geschraubt werden. Auch wenn der Therapieerfolg nur geringfügig erscheint, behalten Medikamente ihre Wirkung. Daher ist es sinnvoll, sie weiter zu verabreichen, solange sie verträglich sind und sich der Zustand des Patienten nicht oder nur langsam verschlechtert.

Die Erforschung neuer Behandlungsmethoden läuft weiter auf Hochtouren. Bislang jedoch noch ohne bahnbrechenden Erfolg.