Wie aus dem Gesetzentwurf zum dritten Pflegestärkungsgesetz hervorgeht, sollen die Kommunen künftig die Initiative für die Einrichtung dieser neuen Stützpunkte ergreifen. Ziel ist es, dass Betroffene eine Beratung aus einer Hand erhalten, denn die meisten finden sich im Dickicht aus Hilfsangeboten und Vorschriften nicht zurecht.

Der Medizinische Dienst (MDK) ist der medizinische, zahnmedizinische und pflegerische Beratungs- und Begutachtungsdienst für die gesetzliche Kranken- und Pflegeversicherung in Deutschland.

Das neue Gesetz ist das dritte und letzte Regelwerk einer groß angelegten Pflegereform. Mit den ersten beiden Gesetzen wurde nicht nur das Leistungsspektrum der Pflegeversicherung ausgeweitet, sondern auch ein neuer Pflegebedürftigkeitsbegriff eingeführt. Für eine Einstufung in den richtigen Pflegegrad wird der Betroffene künftig ganzheitlich im Bezug auf seine Selbständigkeit bewertet, was besonders den an Demenz erkrankten Menschen zu Gute kommt.

Gleichermaßen erfasst werden dabei körperliche, geistige und psychische Einschränkungen. Bislang bekamen viele Angehörige Panikattacken, wenn der Besuch vom MDK anstand, weil die Angst umging, dass man nicht glaubhaft vermitteln konnte, wie zeitaufwändig die Pflege eines an Demenz erkrankten Menschen tatsächlich ist.

Doch zunächst einmal, was steht eigentlich hinter dem Kürzel MDK? Der Medizinische Dienst (MDK) ist der medizinische, zahnmedizinische und pflegerische Beratungs- und Begutachtungsdienst für die gesetzliche Kranken- und Pflegeversicherung in Deutschland.

Es ist eine unabhängige Einrichtung, die weder durch die Pflegekasse noch durch andere Organisationen kontrolliert wird. Er ist jedoch gebunden an die bundesweit einheitlichen Begutachtungsrichtlinien und sie legen die Vorgehensweisen bei der Begutachtung verbindlich fest. Darüber hinaus beschreiben sie eingehend, welcher Hilfsbedarf zu welcher Pflegestufe bzw. zu welchem Pflegegrad führt.

Bis zur Pflegereform 2016/2017 war die minutengenaue Messung für den täglichen Mindestbedarf an Hilfe für die Betroffenen ein Horror, denn neunzig Minuten durften zur Erreichung der Pflegestufe I nicht unterschritten werden. Natürlich gibt es auch künftig bestimmte Voraussetzungen, die erfüllt werden müssen, um einen Pflegegrad zu erreichen, weshalb es weiter wichtig bleibt, sich gut auf den Besuch eines Gutachters vorzubereiten.
 
Kopieren Sie alle wichtigen medizinischen Dokumente zu der Erkrankung und den Vorerkrankungen und geben Sie diese dem MDK mit, ebenso eine Liste der behandelnden Ärzte und Therapeuten.
 
Führen Sie über eine Woche eine Pflegetagebuch und schreiben Sie alles auf, was mit der Pflege und Betreuung des Betroffenen zu tun hat, lassen Sie nichts dabei aus, auch die Beaufsichtigung und Anleitung gehört dazu. Es ist auch für Sie wichtig einmal zu lesen, wie viel Zeit Sie tatsächlich täglich benötigen, ihre Liebsten zu betreuen. Vordrucke für Pflegetagebücher können Sie im Internet herunterladen, bei der Pflegekasse oder beispielsweise auch bei der Deutschen Alzheimer Gesellschaft anfordern.
 
Halten Sie alle Hilfsmittel bereit, wie Rollstuhl, Rollator usw.

Zu guter Letzt: Versuchen Sie beim ersten Besuch des MDK und dem ganzen notwendigen Prozedere sachlich und glaubhaft zu sein und nichts persönlich zu nehmen. Bleiben Sie offen und ehrlich, verschweigen Sie nichts und fügen Sie aber auch nichts hinzu, was Ihnen später widerlegt werden könnte.