Dazu gehören Störungen des Gedächtnisses, der räumlichen sowie der zeitlichen Orientierung, Störungen der Sprach- und der Rechenfähigkeit und auch Veränderungen der Stimmung und des Verhaltens. Diese Störungen werden durch einen Abbau der Nervenzellen und der Nervenzellverbindungen im Gehirn verursacht. Die Alzheimer-Krankheit ist eine von etwa 100 Krankheiten und Ursachen, die zum Krankheitsbild der Demenz führen.

Sie betrifft mit rund 70 Prozent die meisten der 1,6 Millionen Demenzerkrankten in Deutschland. Bis heute gibt es keine Möglichkeit, die Alzheimer-Krankheit zu stoppen oder gar zu heilen. Aber es gibt Hoffnung, dass neue Medikamente, die derzeit erprobt werden, die Ablagerung von schädlichen Eiweißen im Gehirn von Alzheimer-Kranken aufhalten können. Sie müssten allerdings sehr früh im Krankheitsverlauf gegeben werden, möglicherweise noch bevor überhaupt Symptome sichtbar werden.

Niemand kann und soll all diese Schwierigkeiten alleine bewältigen.

Solange es keine wirksamen Behandlungsmöglichkeiten gibt, sind es insbesondere die Angehörigen von Menschen mit Demenz, die mit der Betreuung und Pflege der Betroffenen vor großen Herausforderungen stehen. Sie müssen zunehmend eine Pflege- und Versorgerrolle übernehmen, den Alltag organisieren und mit schwierigen Verhaltensweisen der Erkrankten zurechtkommen. Oft fehlt dann die Zeit, um eigenen Interessen nachzugehen, Freunde zu treffen oder sich um die eigene Gesundheit zu kümmern.

Darüber hinaus müssen Angehörige den langen, langsamen Abschied von einem geliebten Menschen bewältigen. Niemand kann und soll all diese Schwierigkeiten alleine bewältigen. Auch im Interesse der Erkrankten ist es wichtig, dass die Angehörigen mit ihren Kräften haushalten und sich etwas Zeit für ein eigenes Leben neben ihrer Rolle als Pflegende nehmen. Um dies zu ermöglichen, gibt es verschiedene Unterstützungsangebote wie zum Beispiel Tagespflegeeinrichtungen, in denen die Erkrankten an ein oder mehreren Tagen pro Woche betreut werden, Betreuungsgruppen, die meist einmal wöchentlich für einige Stunden ein Aktivierungsprogramm bieten, ehrenamtliche Helferinnen und Helfer, die zu den Familien nach Hause kommen oder auch hauswirtschaftliche Dienste.

Sofern diese Angebote nach Landesrecht anerkannt sind, übernimmt die Pflegekasse in einem bestimmten Rahmen die Kosten dafür. Die Pflegeversicherung stellt unter anderem auch Leistungen für die so genannte Verhinderungspflege zur Verfügung, damit pflegende Angehörige auch einmal Urlaub oder vielleicht eine Kur machen können. Voraussetzung dafür ist mindestens der Pflegegrad 2. Das Fortschreiten der Krankheit kann dazu führen, dass die Versorgung eines Demenzkranken auch mit Hilfe zu Hause nicht mehr möglich ist. Dann kann ein Pflegeheim, das auf die Versorgung von Menschen mit Demenz ausgerichtet ist, oder auch eine Demenz-WG die richtige Lösung sein.

Beratung zu den verschiedenen Unterstützungsmöglichkeiten in ihrer Nähe erhalten pflegende Angehörige bei den örtlichen Alzheimer-Gesellschaften, bei Pflegestützpunkten, Demenz-Fachberatungen oder Senioren-Beratungsstellen. Oftmals werden dort auch Schulungskurse zum Umgang mit Demenzkranken angeboten. Angehörigengruppen sind außerdem eine oft sehr hilfreiche Möglichkeit, um sich über die eigenen Erfahrungen auszutauschen und wertvolle Tipps für das Leben mit den Erkrankten zu erhalten.

Information

Mehr Informationen zum Thema Demenz und Alzheimer sowie die Adressen von Anlaufstellen in Ihrer Nähe finden Sie auf der Homepage der Deutschen Alzheimer Gesellschaft: deutsche-alzheimer.de


Kostenlose Beratung für Angehörige, für Betroffene und für alle Interessierten bietet auch das Alzheimer-Telefon, das unter der Nummer 030 – 259 37 95 14 montags bis donnerstags von 9 – 18 Uhr, freitags von 9 – 15 Uhr erreichbar ist.