Für Prof. Dr. Michael Rösler (Klinikleiter des Neurozentrums der Uniklinik des Saarlandes) liegen die Ursachen in dem Irrglauben, die Erkrankung würde mit der Pubertät wieder zurückgehen. „Heute aber ist bekannt, dass etwa 60 Prozent der Kinder auch im Erwachsenenalter noch an Symptomen wie Hyperaktivität und Impulsivität leiden.“

Wissenschaftler können definitiv nachweisen, dass bei der Entwicklungsstörung die Gene eine entscheidende Rolle spielen. „Deshalb ist es höchst wahrscheinlich, innerhalb einer Familie auch mehrere Erkrankte zu finden“, meint Rösler.

Hier sitzen Betroffene, die durch eigene Erfahrungen praktische Tipps geben, aber auch an spezialisierte Fachärzte verweisen.

Die dann eingesetzte Standardtherapie ist die sogenannte multimodale Therapie – eine Annäherung an die Thematik aus verschiedenen Perspektiven. In einem Alltagscoaching wird dann zum Beispiel über das Erstellen von strikten Zeitplänen versucht, die typischen Schwierigkeiten, die im Alltag entstehen, zu umgehen und zu optimieren. „Hilft das nicht, kommen natürlich auch Medikamente infrage“, sagt Rösler.

Doch beim Umgang mit ADHS gibt es Therapiemöglichkeiten, die  auch bei Rösler Optimismus hervorrufen: „Neurofeedback ist eine sehr vielversprechende neue Methode, die wir momentan erproben. Wir haben gerade eine Studie in Angriff genommen, die hoffentlich zeigen wird, dass sie den Betroffenen hilft und dabei auch nicht invasiv, fast nebenwirkungsfrei und im Lebensalltag anwendbar ist.“

Die größte Wichtigkeit aber räumt Rösler den Selbsthilfegruppen ein.

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